absolut

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1ab|so|lut [apzo'lu:t] <Adj.>:
1. in höchster Weise ideal, ohne Trübung, Einschränkung; uneingeschränkt, ungestört:
absolute Glaubensfreiheit; eine Stimmung von absolutem Frieden.
Syn.: vollkommen.
2. nicht mehr steigerbar, nicht mehr zu überbieten:
eine absolute Grenze erreichen; der absolute Rekord dieses Tages.
3. allein herrschend, souverän:
ein absoluter Monarch.
Syn.: uneingeschränkt.
  2ab|so|lut [apzo'lu:t] <Adverb>:
ganz und gar:
absolut keine Ahnung haben; er macht absolut alles; das ist absolut unmöglich.
Syn.: ganz, ganz und gar, gänzlich (emotional), hundertprozentig (ugs.), komplett, restlos (ugs.), total, völlig, vollkommen, vollständig, zur Gänze.

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ab|so|lut 〈Adj.〉
I 〈attr., präd.〉
1. unabhängig, losgelöst, für sich betrachtet, unbeschränkt, völlig, unbedingt, rein; Ggs relativ (I.1)
2. höchstrein (von Flüssigkeiten)
II 〈adv.〉 durchaus, gänzlich, überhaupt, völlig ● das ist \absolut unmöglich ● \absoluter Alkohol wasserfreier Äthylalkohol (Ethanol); \absolute Bewegung (physikalisch nicht denkbare) Bewegung ohne Bezugssystem; \absolute Feuchtigkeit Feuchtigkeitsgehalt der Luft ohne Rücksicht auf die Temperatur; \absolutes Gehör Fähigkeit, ohne vergleichbare Töne die Höhe eines Tones zu erkennen; \absolute Helligkeit H. eines Sternes, ungeachtet der durch seine Entfernung bedingten Sichtbarkeit am Himmel; \absolute Kunst nicht gegenständl., abstrakte K.; \absolute Mehrheit Mehrheit von mehr als 50 %; \absolute Monarchie M., bei der der Monarch unbeschränkter Herrscher ist, Absolutismus; \absolute Musik M., der keine außermusikalischen Vorstellungen zugrunde liegen; \absoluter Nullpunkt die tiefste erreichbare Temperatur (-273,15 °C); \absolute Rechte R., die gegenüber jmdm. wirksam sind; \absolute Temperatur auf den \absoluten Nullpunkt bezogene T.; \absolutes Verb 〈Gramm.〉 Verb ohne zusätzliches Objekt; → Lexikon der Sprachlehre; \absolutes Vertrauen V. ohne jede Einschränkung; \absolute Zahl eine ohne Vorzeichen betrachtete Zahl
[<lat. absolutus „abgelöst“]

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ab|so|lut [lat. absolutus = vollständig]: Adjektiv mit den Bed. »vollkommen, völlig, unabhängig, unbeschränkt, unbedingt, rein«, z. B. in Fügungen wie absolute Atommasse oder absolutes Atomgewicht ( Atomgewicht, 2), absoluter Alkohol (= 100 %iges Ethanol), absolute Konfiguration (eindeutig beschreibbare dreidimensionale Anordnung der Substituenten am Chiralitätszentrum), absoluter Nullpunkt (null Kelvin aus theoretischen Erwägungen unerreichbar) u. absolute Temperatur (in der Einheit Kelvin anzugebende, von 0 K aus gemessene Temperatur). – Ggs.: relativ.

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ab|so|lut <Adj.> [(frz. absolu <) lat. absolutus, adj. 2. Part. von: absolvere, absolvieren]:
1. allein herrschend, souverän; unumschränkt:
ein -er Herrscher;
die -e Monarchie.
2. unbedingt, uneingeschränkt, unangefochten, völlig:
-e Glaubens- und Gewissensfreiheit;
hier ist -es Halteverbot.
3. vollkommen, in höchster Weise ideal, ungetrübt, ungestört:
die Suche nach dem -en Glück.
4. nicht mehr steigerbar, überbietbar:
der -e Höhepunkt;
eine -e Grenze erreichen;
-er Nullpunkt (Physik; die tiefste überhaupt mögliche Temperatur, ‒273,15 °C);
-e Temperatur (Physik; auf den absoluten Nullpunkt bezogene Temperatur);
etw. ist eine -e Notwendigkeit, etw. besitzt -e Priorität.
5. völlig, gänzlich, vollständig:
für -e Ruhe, Sicherheit sorgen.
6. (meist Philos.) rein, beziehungslos, für sich betrachtet:
-es Denken;
das -e Sein;
-e Kunst, Musik.
7. unabhängig; ohne Hilfsmittel, Bindungen, Beeinflussungen [auskommend]:
-e Größen.
8. (Naturwiss.) chemisch [fast] rein:
-er Alkohol, Äther.
9. <intensivierend bei Adjektiven u. Verben> überhaupt, ganz und gar:
das ist a. unsinnig;
das kann ich a. nicht leiden.

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absolut
 
[lateinisch »abgelöst«],
 
 1) allgemein: für sich betrachtet, unbedingt, unbeschränkt, vollkommen, was schlechthin oder in einer bestimmten Hinsicht losgelöst ist von der Beziehung zu anderem; Gegensatz: relativ.
 
 2) in der Philosophie ist das Absolute als das schlechthin Unbedingte definiert worden, eine Annahme, die eine Erklärung der Welt durch Rückführung auf ein erstes Prinzip, den Grund oder das Ganze der Welt, geben will. Aufgrund der durchgängigen Bedingtheit (Kontingenz) alles Weltseienden schloss die griechische Philosophie auf eine oberste Bedingung alles Bedingten; diese - selbst nicht wieder bedingt - wurde als der allem Weltsein gegenüber »jenseitige« (transzendente) Weltgrund aufgefasst: als die Idee des an sich Guten bei Platon, als der unbewegte Beweger bei Aristoteles, als das Eine bei Plotin. Dasselbe sollte der Gottesbegriff des Mittelalters leisten. Das Absolute der neuzeitlichen Philosophie wird häufig welt-immanent als das Ganze der Welt gedacht und dann verschieden gedeutet, z. B. als Idee der Totalität aller Bedingungen (Kant), absolutes Ich (Fichte), absoluter Geist (Hegel), Identität von Natur und Geist (Schelling), Wille (Schopenhauer). Für den Materialismus ist die Materie das Absolute, insofern sie das Unbedingte und alles Bedingende ist. Der Neopositivismus erklärt dagegen die Frage nach dem Absoluten, weil nicht mit empirisch-wissenschaftlichen Methoden klärbar, als sinnlos oder als Scheinproblem. Die sprachkritische Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie geht von der prinzipiellen Revidierbarkeit aller Wahrheits- und Geltungsansprüche aus. Von Bedeutung ist der Gedanke des Absoluten in der neueren Philosophie dort, wo über die Möglichkeit einer Letztbegründung von Wissen und Handeln diskutiert wird. - Alle Religionen suchen in ihrer Sprache ebenfalls das Absolute.
 
 
G. Huber: Das Sein u. das Absolute (Basel 1955);
 B. Brülisauer: Der Begriff des Absoluten in der neuzeitl. Philosophie (Bern 1969);
 W. Cramer: Das Absolute u. das Kontingente (21976).
 
 3) Sprachwissenschaft: Bezeichnung für Kasus, die strukturell nicht in einen Satz eingebettet sind, oder für Wortarten und -formen, die ohne eine Ergänzung stehen können. - Absoluter Nominativ, eine Nominalgruppe im Nominativ als freier Satzteil ohne Verbalgruppe (z. B. »er fuhr nach Japan, eine lange Reise«). - Absoluter Akkusativ, Nominalgruppe als Adverbiale, das sich ohne Partizip auf ein Subjekt bezieht (z. B. »den Hut in der Hand, stand er vor mir«). - Absoluter Superlativ, Elativ. - Absolutes Adjektiv, Adjektiv, das kein Objekt und kein Adverbiale als Ergänzung fordert (z. B. »schön!«). - Absolutes Verb, Verb, das kein Objekt als Ergänzung fordert (z. B. »schlafen«).

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ab|so|lut <Adj.> [(frz. absolu <) lat. absolutus, adj. 2. Part. von: absolvere, ↑absolvieren]: 1. allein herrschend, souverän; unumschränkt: ein -er Herrscher; die -e Monarchie. 2. unbedingt, uneingeschränkt, unangefochten, völlig: -e Glaubens- und Gewissensfreiheit; Für Venedig ist ein -es Bauverbot erlassen worden (Basler Zeitung 2. 10. 85, 37). 3. vollkommen, in höchster Weise ideal, ungetrübt, ungestört: die Suche nach dem -en Glück; eine Stimmung von -em Feierabend, in der friedlich die Rauchsäulen von kleinen Feuerstellen aufstiegen (Lenz, Brot 14). 4. nicht mehr steigerbar, überbietbar: eine -e Grenze erreichen; der heißeste Tag des Jahres führte zu neuen -en Ausflugsrekorden; die Soloeinlagen vom Supergitarristen ... waren der -e Höhepunkt (Freizeitmagazin 10, 1978, 52); etw. ist eine -e Notwendigkeit, etw. besitzt -e Priorität; -er Nullpunkt (Physik; die tiefste überhaupt mögliche Temperatur, —273,15 ºC); -e Temperatur (Physik; auf den absoluten Nullpunkt bezogene Temperatur). 5. völlig, gänzlich, vollständig: für -e Ruhe sorgen; In der Halle herrscht -e Stille (elan 2, 1980, 37). 6. (meist Philos.) rein, beziehungslos, für sich betrachtet: -es Denken; das -e Sein; -e Kunst, Musik. 7. unabhängig; ohne Hilfsmittel, Bindungen, Beeinflussungen [auskommend]: -e Größen. 8. (Naturw.) chemisch [fast] rein: -er Alkohol, Äther. 9. <intensivierend bei Adj. u. Verben> überhaupt, ganz u. gar: das kann ich a. nicht leiden; das ist a. unsinnig; Heinrich ... wollte a. nicht weg (Katia Mann, Memoiren 143).

Universal-Lexikon. 2012.

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